Leuchtendes Vorbild

29 Mrz

Leuchtendes Vorbild: Ein bewegliches Technikdenkmal im Museum Herxheim

Es lohnt sich immer genau hinzuschauen, wenn etwas ausrangiert werden soll, weil es alt und überholt scheint. Manchmal verbirgt sich hinter der Patina, unter den Schichten der Zeit, im Staub des Vergessens ein echter Schatz. Einen solchen Schatz der Technikgeschichte präsentiert das Museum Herxheim nun als sein neues „Besonderes Objekt“.

Im Jahre 1880 erhielt der Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison ein Patent auf seine Glühlampe mit Kohlefaden, die nun eine alltagstaugliche Beleuchtung mittels Elektrizität zuließ und die erste ernstzunehmende Konkurrenz zu den damaligen Gaslampen darstellte. Innerhalb weniger Jahre machte Edison mit seiner „erhellenden“ Entwicklung und seiner „glühenden“ Leidenschaft für die Moderne aus einem Produkt, das wegen der geringen Lebensdauer der Glühfäden zunächst nur etwas für wenige Technikfans war, ein Aushängeschild der massenhaften Elektrifizierung von Haushalten.

Auch in Deutschland stellten jene, die die Zeichen der Zeit erkannten, von Gas auf Strom um. Eine Metzgerei in Schöningen zum Beispiel präsentierte ihre Fleisch- und Wurstwaren nun auch im Schein elektrischer Glühlampen. Eine 1887 eingebaute Glühlampe tat ihren leuchtenden Dienst in der Metzgerei – und dies über ein halbes Jahrhundert lang. Im Jahr 1958 wurde ausgemistet, renoviert und erneuert. Nach 70 Jahren wäre die Glühlampe fast im Müll gelandet. Sie wurde entdeckt und gerettet von Henning Kahmann, der sie nun dem Museum Herxheim als „Besonderes Objekt“ zur Verfügung stellt.

Diese Glühlampe besteht aus handgefertigtem Glas und einem Gewinde mit der damals schon existierenden Gewindenorm E 27 (Edison Screw) – und sie glüht noch heute! So wird sie ab dem 25. Mai das Museum Herxheim erhellen. Auf eine Halterung montiert, können die Besucher des Museums einen Knopf betätigen und den Draht zum Glühen bringen. Auch der  Keramikknopf stammt aus der Metzgerei und ist über 100 Jahre alt. Aus konservatorischen Gründen wird mittels eines Trafos allerdings nur ein schwaches Leuchten erzeugt.

Eine zweite Glühbirne von 1912 ist ebenfalls angeschlossen und zeigt eine jüngere Entwicklungsstufe auf dem Weg zur modernen Glühbirne. Da ihr Gewinde und die Verbindung zum Glühdraht korrodiert ist, kann dieser nicht mehr zum Leuchten gebracht werden. Stattdessen ist eine kleine LED-Leuchte eingebaut, die diese Glühlampe erleuchtet – mit dem derzeit neuesten Schritt in der Entwicklung der elektrischen Beleuchtung.

Das Museum Herxheim freut sich, mit einer fast 130 Jahre alten Glühbirne nach Edison-Patent ein noch voll funktionsfähiges Technikdenkmal als „Besonderes Objekt“ präsentieren zu können! Wer würde sich nicht wünschen, dass auch heutige technische Objekte eine so lange Lebensdauer hätten!

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