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14.06.2018 17:46 Alter: 157 days

Vom Band zum Dreieck - Jungsteinzeitliche Identität im Umbruch

Sonderausstellung im Museum Herxheim vom 29. Juni bis zum 14. Oktober


Vor etwa 7000 Jahren geschah im jungsteinzeitlichen Herxheim etwas Einzigartiges: In einem rätselhaften Ritual töteten Menschen der bandkeramischen Kultur hunderte ihrer Mitmenschen aus den Bergen, zerlegten sie, zerschmetterten akribisch die Knochen und deponierten diese Überreste in einem doppelten Graben; zusätzlich wurden zahllose wertvolle Gegenstände wie reich verzierte Keramik und kostbare Steinwerkzeuge absichtlich zerstört. Identitätskrise? Ein letztes Opfer für die Götter in einer ausweglosen Situation? Tabula Rasa?

Das Museum Herxheim geht diesen Fragen in zwei Ausstellungen nach:

Die erweiterte und neu eröffnete Dauerausstellung zeigt den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung. Von der Tuch- und Keramikproduktion über Werkzeug und Hausbau bis hin zu den Bestattungssitten bietet sie einen umfassenden Einblick in die Welt der sogenannten Bandkeramik. Dem bislang einzigartigen Zerstörungsritual ist ein eigener Bereich gewidmet, der es in all seinen Facetten beleuchtet. Viele Fragen bleiben noch – vielleicht für immer ungeklärt –, auf andere gibt es bereits spannende Antworten.

Die Sonderausstellung „Vom Band zum Dreieck“ dreht sich um Identität in der Gesellschaft und die Frage danach, wie es nach dem Herxheimer Ritual weiterging. Die Menschen des folgenden Mittelneolithikums pflegten andere Handelsbeziehungen, veränderten die Ornamentik auf ihren neuartig geformten Gefäßen und legten zum Teil mehr Wert auf Jagd und Viehhaltung. Was geschah mit der Bandkeramik? Wer waren die Gemeinschaften, die von Archäolog*innen Hinkelstein-, Großgartacher und Rössener Kultur genannt werden?

Programm

Vernissage: 29. Juni 2018 um 18 Uhr

Ausstellungs-Einführung (Dr. Andrea Zeeb-Lanz)
Musik: Shire Door

Abschlussvortrag: 12. Oktober 2018 um 19 Uhr

„Bandkeramik – und was dann? Die Entwicklung des Mittelneolithikums in Herxheim und der Pfalz“ (Dr. Andrea Zeeb-Lanz)